Das Prachtkompendium Mscr.Dresd.93/94 des Augsburger Bürgers Paulus Hector Mair (1517-1579) liegt nun vollständig digitalisiert in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden vor.
Das auf ungefähr 1540 bis 1550 datierte Werk ist eines von drei Prachtkompendien, die der Augsburger Schreiber, Stadtkassierer und Proviantmeister Paulus Hector Mair um die Mitte des 16. Jahrhunderts im Abstand mehrerer Jahre anfertigen ließ. Die anderen Ausgaben liegen heute in München (Cod.icon. 393(1 und Cod.icon. 393(2) und Wien (Cod. 10825 [pdf] und Cod.10826) Die Dresdner Ausgabe befand sich nachweislich ab 1580 im Besitz des sächsischen Kurfürsten August (1526-1586; ab 1553 Kurfürst). Ob sie in dessen Auftrag von Paulus Hector Mair hergestellt wurde, ist möglich, aber nicht sicher. Die zwei Bände der heutigen Wiener Ausgabe befanden sich einige Zeit im Besitz der Herzöge von Württemberg, ehe sie nach Wien gelangten. Herzog Friedrich von Württemberg (1557-1608; ab 1593 Herzog) erwarb die beiden Bände für 400 Taler von dem Augsburger Bürger Ulrich Sitzinger d.Ä. und machte sie seinem Sohn Herzog Friedrich Achilles von Württemberg (1591–1631) zum Geschenk. (*)
Alle drei Kompendien sind sehr umfangreich und enthalten jeweils eine Vielzahl an Waffenstücken zum langem Schwert, Dussack, Stange, langem Spieß, Hellebarde, Sense, Dreschflegel, Knüppel, Dolch, Ringen, Rapier, Mordaxt sowie dem Fechten im Harnisch zu Fuss und zu Roß und dem Fechten ungleicher Waffen gegeneinander.
Für die Anfertigung der Zeichnungen engagierte Paulus Hector Mair zwei erfahrene Fechter, die jedes einzelne Stück als szenische Vorlage für den Illustrator nachstellten. Für die Illustration seiner Bücher konnte Paulus Hector Mair den berühmten Renaissancemaler Jörg Breu den Jüngeren gewinnen.
Schon die Anfertigung der drei Kompendien kostete Unsummen an Geld, wie man sich an dem getriebenen Aufwand leicht ausrechnen kann. Daneben pflegte Paulus Hector Mair aber auch einen sehr aufwendigen Lebensstil und war zudem ein leidenschaftlicher Sammler alter Bücher, Waffen und Rüstungen. Neben alten Fechtbüchern wie etwa einer Kopie des I.33 und einem Werk von Talhoffer (die ihm teilweise als Vorlagen für seine eigenen Werke dienten) fanden sich in Mairs Nachlass auch Turnierbücher, humanistische Werke und vieles weitere. Um sich seinen aufwendigen Lebensstil, seine Sammelleidenschaft und die Fertigstellung seiner eigenen Werke leisten zu können, begann er Geld aus der Stadtkasse zu unterschlagen. Nach einem Streit mit einem Amtsgehilfen zeigte dieser Mair an. Damit flog der Betrug auf. Die Unterschlagungen wurden vor einem Gericht festgestellt und Paulus Hector Mair im Alter von 62 Jahren 1579 in Augsburg gehängt. (**) (***)
Das auf ungefähr 1540 bis 1550 datierte Werk ist eines von drei Prachtkompendien, die der Augsburger Schreiber, Stadtkassierer und Proviantmeister Paulus Hector Mair um die Mitte des 16. Jahrhunderts im Abstand mehrerer Jahre anfertigen ließ. Die anderen Ausgaben liegen heute in München (Cod.icon. 393(1 und Cod.icon. 393(2) und Wien (Cod. 10825 [pdf] und Cod.10826) Die Dresdner Ausgabe befand sich nachweislich ab 1580 im Besitz des sächsischen Kurfürsten August (1526-1586; ab 1553 Kurfürst). Ob sie in dessen Auftrag von Paulus Hector Mair hergestellt wurde, ist möglich, aber nicht sicher. Die zwei Bände der heutigen Wiener Ausgabe befanden sich einige Zeit im Besitz der Herzöge von Württemberg, ehe sie nach Wien gelangten. Herzog Friedrich von Württemberg (1557-1608; ab 1593 Herzog) erwarb die beiden Bände für 400 Taler von dem Augsburger Bürger Ulrich Sitzinger d.Ä. und machte sie seinem Sohn Herzog Friedrich Achilles von Württemberg (1591–1631) zum Geschenk. (*)
Alle drei Kompendien sind sehr umfangreich und enthalten jeweils eine Vielzahl an Waffenstücken zum langem Schwert, Dussack, Stange, langem Spieß, Hellebarde, Sense, Dreschflegel, Knüppel, Dolch, Ringen, Rapier, Mordaxt sowie dem Fechten im Harnisch zu Fuss und zu Roß und dem Fechten ungleicher Waffen gegeneinander.
Für die Anfertigung der Zeichnungen engagierte Paulus Hector Mair zwei erfahrene Fechter, die jedes einzelne Stück als szenische Vorlage für den Illustrator nachstellten. Für die Illustration seiner Bücher konnte Paulus Hector Mair den berühmten Renaissancemaler Jörg Breu den Jüngeren gewinnen.
Schon die Anfertigung der drei Kompendien kostete Unsummen an Geld, wie man sich an dem getriebenen Aufwand leicht ausrechnen kann. Daneben pflegte Paulus Hector Mair aber auch einen sehr aufwendigen Lebensstil und war zudem ein leidenschaftlicher Sammler alter Bücher, Waffen und Rüstungen. Neben alten Fechtbüchern wie etwa einer Kopie des I.33 und einem Werk von Talhoffer (die ihm teilweise als Vorlagen für seine eigenen Werke dienten) fanden sich in Mairs Nachlass auch Turnierbücher, humanistische Werke und vieles weitere. Um sich seinen aufwendigen Lebensstil, seine Sammelleidenschaft und die Fertigstellung seiner eigenen Werke leisten zu können, begann er Geld aus der Stadtkasse zu unterschlagen. Nach einem Streit mit einem Amtsgehilfen zeigte dieser Mair an. Damit flog der Betrug auf. Die Unterschlagungen wurden vor einem Gericht festgestellt und Paulus Hector Mair im Alter von 62 Jahren 1579 in Augsburg gehängt. (**) (***)
Augsburg um 1550: Perlachplatz mit Blick auf Rathaus und Perlachturm, von: Heinrich Vogtherr d.J. (Bildquelle wikimedia commons, public domain license)
(*) Vgl. zur Geschichte der Mair-Werke: Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters Band 4/2, Lfg. 1/2: 38: 38. Fecht- und Ringbücher. Bayerische Akademie der Wissenschaften 2009.
(**) Vgl. zum Leben von Paulus Hector Mair: Hills, Hans-Peter: Meister Johann Liechtenauers Kunst des langen Schwertes. Verlag Peter Lang, 1985
Aktualisiert (vielen Dank an Eric Wiggins, Ben FLoyd und Roger Norling):
(***) Kolorierte Federzeichnung „Am 10. Dezember 1579 wurde der Finanzminister der Stadt Augsburg wegen Veruntreuung hingerichtet“, aus der Handschrift des Johann Jakob Wick: Sammlung von Nachrichten zur Zeitgeschichte aus den Jahren 1560-87. [Quelle]

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