Dienstag, 20. Dezember 2011

Das Fechtbuch des Mainzer Hoffechtmeisters Alexander Doyle

von Jan Schäfer

Der gebürtige Ire Alexander Doyle (hier auf einer Abbildung in seinem Fechtbuch aus dem Jahr 1715) war Fechtmeister am Hofe von Lothar Franz von Schönborn (1655-1729), der das Kurfürstentum Mainz von 1695 an regierte. Hier am Mainzer Hof des Kurfürsten unterrichtete Alexander Doyle vornehmlich die Edelknaben in der Fechtkunst. 1715 kam es zur Veröffentlichung seines Fechtbuches „Neu Alamodische Ritterliche Fecht- und Schirm-Kunst“, das in Nürnberg und Frankfurt im Verlag Lochner erschien. Der vollständige Titel des Werkes lautet: „Neu Alamodische Ritterliche Fecht- und Schirm-Kunst. Das ist: Wahre und nach neuester Frantzösischer Manier eingerichtete Unterweisung Wie man sich in Fechten und Schirmen perfectioniren und verhalten solle; Denen respective Herren Liebhabern zu besserer Erleuchtung mit 60. hierzu dienlichen Figuren“ [zum Digitalsat im Göttinger Digitalisierungszentrum]

Das Buch ist Doyles Herrn und Brotgeber Lothar Franz von Schönborn gewidmet. Er hoffe, so sagt Alexander Doyle im Vorwort des Buches, auf das Wohlgefallen des Fürsten, sei doch der Kurfürst selbst ebenfalls bestens ausgebildet und geübt in den adeligen Exercitia und insbesondere im Fechten. Doyles Buch ist 149 Seiten stark und enthält 60 Kupferstiche, die vom Nürnberger Johann Conrad Reiff angefertigt wurden. Anders als im Titel angegeben, zeigt Doyle im Buch das Fechten nicht ausschließlich nach „Frantzösischer Manier“, sondern wie er selbst schreibt, nach „Frantzös. und Italianischer Manier“.

1720 erschien ein weiteres Werk von Alexander Dyole, das dass Voltigieren (Turnen und Springen am Holzpferd) zum Thema hatte.

Abgesehen von seinen beiden Publikationen und den spärlichen biographischen Informationen daraus bleibt Alexander Doyle wie viele andere Fechtmeister neben ihm im Dunkel der Geschichte zurück.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen