Montag, 2. Mai 2011

The italian seed: Die Verbreitung des Rapierfechtens bei Engländern, Franzosen und Deutschen im 16. und frühen 17. Jahrhundert

In Spanien und Italien tauchte ab dem mittleren 15. Jahrhundert ein neuer Waffentypus auf, der sich im folgenden Jahrhundert insbesondere von Italien aus über große Teile Europas verbreitete. Die Italiener nannten diese Waffe schlicht „spada“, die Spanier  „espada ropera“, die Englänger „Rapier“, die Franzosen „l'Espee“ (später: l'epee) und die Deutschen „Rappier.

Da dieser Prozess vom ersten Aufkommen der Waffe über die Weiterentwicklung und Verbreitung mehr als 200 Jahre umfasst, überaus vielschichtig und noch nicht bis ins letzte durchdrungen ist, wird dieser Artikel nur punktuelle Beobachtungen und Bemerkungen anstellen können.

Daher soll es im Folgenden nur um die Frage gehen, wie sich das italienische Rapier bei Engländern, Franzosen und Deutschen verbreitete und wie es dort rezipiert wurde. Unbeantwortet bleiben müssen unter anderem die Fragen: Wie, wo und wann genau entstand das Rapier, und wie lässt es sich waffengeschichtlich gegenüber anderen Schwertformen und –typen abgrenzen? Was waren die Faktoren, die die Entwicklung des Rapiers anstießen und was die Faktoren die sie begünstigten und vorantrieben? Wenn die Spanier und Italiener die ersten waren, die das Rapier nutzten und lehrten, warum war es scheinbar vorrangig das italienische Rapierfechten, das sich in Europa verbreitete? All diese Fragen müssen für spätere Artikel aufgespart bleiben.

Wenden wir uns nun der Fragestellung des Artikels zu, wie sich das italienische Rapier bei Engländern, Franzosen und Deutschen verbreitete und wie es dort rezipiert wurde.

England

Seit etwa Mitte des 16. Jahrhunderts führten italienische Fechtlehrer in verschiedenen Londoner Stadtvierteln ihre eigenen Schulen, darunter Rocco Bonetti (seit 1565 in England, Fechtschule in der Warwick Lane, Blackfriars), dessen Sohn Jeronimo (Fechtschule ebenfalls Blackfriars, womöglich hatte er die Fechtschule seines Vaters übernommen) und Vincentio Saviolo (seit 1590 in England, Fechtschule in Ludgate Hill; alle drei nachgeweisen in: George Silver: Paradoxes of Defence, London 1599). Ingesamt erschienen in der Zeit bis 1600 zwei Fechtbücher über das Rapier in englischer Sprache. Beide entstammten italienischer Hand. Giacomo di Grassi von Medena veröffentlichte sein Werk 1570 zuerst in italienischer Sprache. Es wurde 1594 ins Englische übersetzt. Vincentio Saviolo publizierte, obwohl gebürtiger Italiener, sein Werk 1595 gleich in englischer Sprache.

Die italienischen Fechtlehrer waren im Elisabethanischen England hochangesehen, mussten sich jedoch auch immer wieder anfeinden lassen. Allen voran war es George Silver, der sich vehement gegen das Rapier aussprach und darüber 1599 ein Buch veröffentlichte. Dessen Hauptinhalt bestand darin, das italienische Rapier und dessen Lehrer zu verunglimpfen und deren Fehlerhaftigkeit aufzuzeigen.

Bereits Titel und Untertitel seines Werks stimmen sinnreich darauf ein:

„Paradoxes of Defence,
Wherein is proved the true grounds of fight to be the short ancient weapons and that the short sword has advantage over the long sword or the long rapier. And the weakness and imperfection of the rapier-fights displayed. Together with an admonition to the noble, ancient, victorious, valiant, and most brave nation of Englishmen, to beware of false teachers of defence, and how they forsake their own natural fights. With a brief commendation of the noble science or exercising of arms.“

Auf den folgenden 82 Seiten legte er die Gründe dar, warum das Fechten mit dem Rapier fehlerhaft und darum gefährlich und warum statt dessen die wahre Fechtkunst nur in englischen Waffen, nämlich dem kurzen Schwert, dem kurzen Stab, der halben Pike, der Partisane, der Glaive und anderen Waffen von „perfekter Länge“ zu finden sei.

Fehlerhaft sei das Rapier, weil es zu lang sei, als Angriffsform fast ausschließlich den Stoß nutze, keine Durchschlagskraft besitze und für die Verteidigung im Krieg nichts tauge; es sei ein „äffisches Spielzeug“, ein „Kinderspielzeug“. Aus diesen Gründen bringe sich der Fechter mit dem Rapier selbst in Lebensgefahr. George Silver wirft den italienischen Lehrern vor, die englischen Edelmänner durch falschen Untericht zu töten, „weil sie lernten zu kämpfen, wie den Schülern Diogenes das Tanzen gelehrt wurde: ihrem Leben durch Kunst ein Ende zu setzen“.

Als Beispiel für die Gefahren der Waffe berichtet er die Geschichte zweier Kapitäne in Southhampton: „gerade als sie daran waren am Kai anzulegen, gerieten [sie] in Streit, zogen ihre Rapiere, und rannten zugleich, verzweifelt, kühn oder entschlossen, wie sie es nennen, mit aller Kraft und voller Geschwindigkeit mit ihren Rapieren gegeneinander und bohrten sich einander die Klingen durch den Leib und brachten sich auf diese Weise gegenseitig um.“

Ein weiteres Beispiel sollte belegen, dass das italienische Fechten fehlerhaft sei, denn das Rapierfechten betone den Stich zu stark und vernachlässige den Hieb fast gänzlich. Im Gegensatz dazu nutze die altenglische Methode den Stich und Hieb glichermaßen. Silver berichtet zu diesem Zweck von einem Edelmann, „der in einem Gefecht gegen ein Rapier neun oder zehnmal verletzt wurde am Körper, an Armen und Beinen, und der dennoch weitergekämpft und schließlich den anderen erschlagen hat; und er ist selbst noch nach Hause gegangen und ist von all seinen Wunden genesen, ohne ein Krüppel zu bleiben und lebt heute noch.“ (im Original steht: „has slain the other“)

Zum Abschluss des Abschnitts über England folgt noch ein kurzer Ausschnitt aus dem Vorwort, der Silvers Meinung klar und deutlich aufzeigt:

And [...] if we have this true defence, we must seek it where it is, in short swords, short staves, the half pike, partisans, glaives, or such like weapons of perfect lengths, not in long swords, long rapiers, nor frog pricking poniards: for if there is no certain grounds for defence, why do they teach it? [...] I have to bring the truth to light, which has a long time lain hidden in the cave of contempt, while we like degenerate sons, have forsaken our forefathers virtues with their weapons, and have lusted like men sick of a strange ague, after the strange vices and devices of Italian, French, and Spanish fencers [...]“

Wie zu erkennen ist, war George Silver kein Freund des italienischen Rapiers. Der Grund hierfür mag zu einem gewissen Teil sicherlich auch darin zu finden sein, dass George Silver besorgt war, sein Heimatland könne fecht-kulturell von "Ausländern" überschwemmt und die „englische“ Fechtweise vollkommen verdrängt werden.

Frankreich

Der erste Franzose, der sein Wissen über das Rapier in Buchform niederlegte, war der Provençale Henry de Sainct Didier. Er diente während der Italienkriege in der französischen Armee und lernte vermutlich während dieser Zeit die Fechtkunst mit dem Rapier bei uns heute unbekannten italienischen Lehrern. Nach seiner Rückkehr veröffentlichte er 1573 sein Buch, dass er Karl IX. widmete.

Didiers Werk ist das einzig erhaltene Fechtbuch eines französischen Autors aus jener Zeit. Es ist aber anzunehmen, dass das Fechten mit dem Rapier in Frankreich schnell eine weite Verbreitung fand. Darauf deutet unter anderem hin, dass Bücher aus Deutschland und Italien in diesem Zusammenhang französische Fechter erwähnen (Nicoletto Giganti und Sebastian Heussler; selbst der das Rapier verachtende George Silver wusste von französischen Fechtern). Jedoch fehlt es aus dieser Zeit mit Ausnahme von Henry de Sainct Didier und einem auch ins Französische übersetzten Werk von Nicoletto Giganti aus dem Jahr 1619 an französischsprachigen Fechtbüchern.

Deutschland

Bereits Paulus Hector Mair um 1540 und Joachim Meyer im Jahr 1570 sprechen in ihren Werken vom „ensis hispanium“ (Mair) beziehungsweise vom Rappier (Meyer). Der Strassburger Bürger Joachim Meyer* schrieb in seinem Buch „Gründtliche Beschreibung ...“  von 1570 [Digitalsat Bayerische Staatsbibliothek München] über das Rappier, welches er vermutlich auf den Reisen während seiner Jugendzeit kennenlernte:

Sovil das Rappier fechten welches jetziger zeit ein sehr notwendige und nützliche übung ist / anlanget / ist kein zweyffel das es bey den Teutschen / ein newe erfundene unnd von anderen völckern zu uns gebrachte übung ist / dann ob wol bey unsern voreltern in ernstlichen sachen / gegen dem gemeinen feinde / das stechen auch zugelassen / so haben sie doch solches in schimpflichen übungen nicht allein nit zugelassen / sondern auch solches in keinen weg iren zusamen Kriegsleuten / oder andern so ausserthalb des gemeinen feindts zwiträchtigen zusamen gerathen/ gestatten wöllen / welches dann noch heutigen tags bey ehrlichen Kriegsleuten / unnd anderen Burgerlichen Teutschen gehalten werden solle / Derhalben were das Fechten im Rappier ein uberfluß / wo nicht durch beywohnunge frembder völcker / das stechen wie auch vil andere sitten so den alten Teutschen unbekandt / bey unns eigewurtzelt weren / Dieweil aber solche frömbde gebreuch sich bey uns von tag zu tag an vilen orten mehren / ist nun mehr auch von nöten gewesen / das uns nicht allein slche außlendische und frembde gewonheit der völcker offenbar unnd bekandt seyen / sondern das wir uns deroselbigen nicht weniger als sie (so vil zu notwendiger gegenwehr dienstlich) üben und geschickt machen / auff das wir ihnen (wann es von nöten sein wirt) uns zu beschirmen / desto füglicher begegnen und obsigen können.

In seinem Werk widmet Joachim Meyer dem Rappier neben dem langen Schwert, dem Dussack, dem Dolch sowie verschiedenen Stangenwaffen einen eigenen Teil. Vermutlich lernte er das Fechten mit dem Rappier auf erwähnten Reisen zu Zeiten seiner Jugend von einem oder mehreren italienischen Lehrern. Bemerkenswert an Meyers Rappierlehre ist, dass er eine deutsche Terminologie auf diese Waffe adaptierte, die ihrerseits auf Johannes Lichtenauers Lehre vom langen Schwert zurückgeht. Jacob Sutor in seinem „New Kunstliches Fechtbuch“ von 1612 [Digitalsat im Göttinger Digitalisierungszentrum] und Theodor Verolini in „Der Künstliche Fechter“ von 1679 kopierten Meyers Lehre, so dass davon ausgegangen werden kann, dass das Rappier mit lichtenauer´scher Terminologie bis ins späte 17. Jahrhundert hinein gefochten wurde.

Daneben treten mit dem beginnenden 17. Jahrhundert vermehrt italienische Autoren und ihre Werke in Deutschland in Erscheinung.

Eine Persönlichkeit, die großen Einfluss auf die Entwicklung der Fechtkunst im Heiligen Römischen Reich hatte, war der aus Padua in Italien stammende Fechtmeister Salvator Fabris (geb. 1544)**.  Sein Hauptwerk über die Fechtkunst wurde bis ins 18. Jahrhundert hinein mehrfach übersetzt und beeinflusste das Fechten in Deutschland über mehrere Generationen hinweg entscheidend mit (so unter anderem die deutschen Fechtlehrer Hans Wilhelm Schoeffer von Dietz, Isaak Elzevier und Sebastian Heußler sowie in nachfolgenden Generationen Hans Wullf von Mulsheim in Straßburg, die Familie Kreussler in Jena, vermutlich auch Johann Georg Bruch und über diesen Johann Andreas Schmidt).

Fabris erster belegter Aufenthaltsort in Deutschland ist der Fürstenhof von Johann Friedrich von Schleswig-Holstein-Gottorp, zugleich Erzbischof von Bremen und Cousin des Königs von Dänemark. Dort am Hofe unterrichtete Fabris das italienische Rapier, bis er 1601 in den Dienst des dänischen Königs Christian I. trat. Im Jahr 1606 erschien sein Werk „Scienza e Prattica d'Arme“ („Wissenschaft und Praxis der Waffen“), dessen Illustration und Herausgabe König Christian I. finanzierte. An diesem Werk hatte Salvator Fabris bereits seit über zehn Jahren gearbeitet und es seinerzeit schon Johann Friedrich von Schleswig-Holstein-Gottorp vorgestellt. Im selben Jahr, in dem sein Buch erschien, nahm Fabris auch seinen Abschied vom dänischen Königshof und reiste über Deutschland zurück in sein Heimatland Italien, wo er an der Universität von Padua lehrte und schließlich 1618 im Alter von 74 Jahren verstarb.

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts tauchten erste deutschsprachige Fechtbücher auf, die das Fechten „nach italienischer Manier“ beschrieben. Oftmals sind es Übersetzungen oder Werke, die direkt auf Salvator Fabris Bezug nehmen. Isaak Elzevier übersetzte 1619 Fabris Fechtbuch unter dem Titel „Salvatoris Fabri, Des Kunstreichen Fechtmeisters Salvatoris Fabri Italiänische Fechtkunst“ ins Deutsche [Digitalisat im Göttinger Digitalisierungszentrum]. Wilhelm Schoeffer von Dietz, Fechtmeister und Freifechter in Marburg, erwähnt im Vorwort seines Werks „Gründtliche vn eigentliche Beschreibung der freyen Adelichen vnd Ritterlichen Fechtkunst ... nach ital. Manier“ von 1620 einen Salvatorum Armorum Magistri als seinen Lehrer, und es ist anzunehmen, dass es sich hierbei um Salvator Fabris persönlich handelt [Digitalisat der Ausgabe von 1620 im Göttinger Digitalisierungszentrum]. Und Sebastian Heußler, „Kriegsmann und Freifechter zu Nürnberg“, veröffentlichte 1615 sein „New Künstlich Fechtbuch“ (zweite, verbesserte Auflage 1626), das Stücke von Salvatore Fabris und Ridolfo Capoferro sowie weiterer italienischer und französischer Fechter enthält [Digitalisat der Ausgabe von 1626 im Göttinger Digitalisierungszentrum].

Neben Salvator Fabris, dem von Heussler genannten italienischen Fechtlehrer Capo Ferro und den nicht namentlich genannten „verschiedenen italienischen und französischen Fechtern“ (vgl. Heussler 1615/1626) muss auch noch der Venezianer Nicoletto Giganti erwähnt werden, dessen Werk zuerst 1619 und neu 1622 und 1644 ins Deutsche übertragen wurde (mit parallelem französischem Text) [Digitalsat Wolfenbüttler Digitale Bibliothek im DFG-Viewer: Buch 1 / Buch 2]. Wie man an der Vielzahl der Werke in deutscher Sprache sehen kann (sei es, dass es Übersetzungen italienischer Fechtlehrer sind oder aber Bücher von deutschen Fechttlehrern), wurde das „Fechten nach italiänischer manir“ auf deutschem Boden vielerorts interessiert aufgenommen und fleißig praktiziert.


Anmerkungen:

* Zu Joachim Meyer siehe: Dupuis, Olivier. Joachim Meyer, escrimeur libre, bourgeois de Strasbourg (1537? - 1571). In Maîtres et techniques de combat. Dijon : AEDEH, 2006.

** Zu Salvator Fabris siehe: Leoni, Tomasso (Übs.): Art of Dueling: Salvator Fabris' Rapier Fencing Treatise of 1606. 17th Century Rapier Combat as Taught by Salvatore Fabris. The Chivalry Bookshelf, 2005.

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Nachtrag: Der Fechtmeister Jakob Joachim Hynitsch veröffentlichte 1677 in Leipzig seine Übersetzung des Fabris´schen Fechtbuchs von 1606 unter dem Titel "scienza e practia d`arme di Salvatore Fabris, oder: des Herrn Salvator Fabris, Obersten des Ritterordens der 7 Herzen, verteutschte Italienische Fechtkunst". Im  Vorwort stellt er heraus, dass alle bisherigen auf Fabris´ Lehren basierenden Übersetzungen und Bearbeitungen mehr oder minder mangelhaft seien. Die Lektüre von Isaak Elzeviers Werk würde bei Fechtliebhabern und Fechterfahrenen nur "manchesmal [...] ein Lachen oder Maulrümpfen" hervorrufen. Hans Wilhelm Schoeffer von Dietz sei kein Schüler von Salvator Fabris gewesen, sondern nur Vorfechter auf dessen Fechtboden. Er habe sein Wissen nur von den anderen Schülern auf dem Fechtboden erworben. Daher stelle sein Buch die Fabris´sche Fechtkunst auch nicht systematisch dar, sondern zeige nur eine Reihe ungeordneter Einzellektionen. Der Schüler und Vorfechter von Dietz, Sebastian Heussler, zeige die Fechtkunst in seinem Werk noch schlechter als sein Lehrer.

Hynitsch benennt als seinen eigenen Lehrer den 1585 geborenen und 1631 zum Canonikus des Stifts St. Petri Pauli in Magdeburg berufenen Heinrich von und zum Gelde, der noch bei Fabris selbst in Padua gelernt haben soll.

Dort in Padua erlebte von und zum Gelde auch das Drama mit, dass sich nach Fabris Tod um seine Nachfolge abspielte. Auf dem Totenbett bestimmte Salvator Fabris in Anwesenheit aller seiner Fechtschüler den Deutschen "Signor Herman" zu seinem Nachfolger und übergab ihm seinen Fechtboden. Doch hat "das neidische Glück solche Ehre denen Teutschen in Welschland länger nicht als etliche Monate gönnen wollen, massen obbemeldter Signor H. kurz nach seines Principalen Absterben demselben ins Grab nachzufolgen meuschlerischer Weise gezwungen worden. Denn obgleich solcher Meuchelmörder eben dieser Profession zugethan und uf dem Fechtsaal nebst Signor Herman Manteninotore (d. i. Vorfechter) gewesen, hat er doch solchen Mord aus Mißgunst verübet."

Salvator Fabris war zu Lebzeiten als Fechtmeister ein Mann von außerordentlich hoher Reputation. Der  soeben geschilderte Fall verdeutlicht auf sehr eindrückliche Weise, wie begehrlich es einigen seiner Schüler  war, vom Nachruhm des verstorbenen Meisters profitieren zu können. Wenngleich ein Mord als Mittel der Wahl eher  die Ausnahme gewesen sein dürfte. Doch kann man aus Hynitsch´s Vorwort  von 1677 ablesen, dass sich der Kampf um die Deutungshoheit der Fabris´schen Lehren auch gut 60 Jahre nach dem Tod des großen italienischen Fechtmeisters noch nicht endgültig gelegt hatte.

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